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Komponenteninitiative – made in Germany for space

Ursprünglich stand in der Raumfahrt der wissenschaftliche Nutzen und das Erkunden fremder Welten im Vordergrund. Heute spielen der gesellschaftliche und ökonomische Nutzen eine zunehmend wichtigere Rolle. Dafür steht in jüngster Zeit der Begriff der „New Space Economy“, der vor einigen Jahren geprägt worden ist, seither intensiv diskutiert und in seiner Konsequenz die Raumfahrtbranche nachhaltig verändern wird.

Die Raumfahrt wird – ausgehend von den USA – immer stärker ein Markt für private Unternehmen. Immer mehr Firmen sehen ihr Geschäft weniger im Einwerben staatlicher Aufträge, sondern treten in einen internationalen Wettbewerb, mit der Absicht, zusätzliche Gewinne zu erzielen. Sie tun dies auf eigenes unternehmerisches Risiko. Zudem werden neue Geschäftsmodelle speziell für die Nutzung von Raumfahrttechnologien entwickelt. Diese Start-up-Modelle stehen häufig in engem Zusammenhang mit Informationstechnologien, Vernetzung und Digitalisierung. Sie versprechen überdurchschnittliche Zuwächse an Umsatz und Hoffnungen auf Gewinn und ziehen deswegen in erheblichem Umfang Risikokapital an.

Auch die öffentliche Hand tritt mehr und mehr als Kunde in Erscheinung, der mit attraktiven Angeboten überzeugt werden will. So wurde unter anderem die Kommerzialisierung des Raumtransports zur Versorgung der Internationalen Raumstation vorangetrieben. Aufgrund dieser NASA-Initiative befinden sich heute mehrere US-Unternehmen im Wettbewerb um den kommerziellen Raumtransport. Die Förderung von Wettbewerb soll Firmen anspornen, ihre Innovationszyklen zu beschleunigen, die Preise zu reduzieren und die angebotenen Leistungen zu verbessern.

Die technologisch und fertigungstechnisch gut aufgestellte deutsche Zulieferindustrie kann von diesen Entwicklungen profitieren. Denn, egal wo und wie viele Raumfahrtsysteme auf der Welt entwickelt, gebaut und gestartet werden, es gibt einen wachsenden Bedarf an ausgereifter, hochleistungsfähiger und flugerprobter Raumfahrttechnologie. Das gilt vor allem für Raumfahrtkomponenten, also Geräte, die aus mehreren Bauteilen bestehen und eine abgeschlossene Funktion haben, sodass sie ohne grundsätzliche Änderungen in unterschiedliche Raumfahrzeuge eingebaut werden können. Typische Beispiele sind Drall-Räder, Sternsensoren, Funkverstärker oder Leistungselektronik. Viele deutsche Unternehmen haben sich auf solche Raumfahrtkomponenten spezialisiert. Komponenten haben deswegen schon heute einen erheblichen Anteil am Exportvolumen der deutschen Raumfahrtbranche.

Das DLR Raumfahrtmanagement möchte aufgrund dieser sich global ändernden Rahmenbedingungen die deutschen Komponenten-Hersteller noch stärker und gezielter unterstützen. Deutsche Hersteller sollen ihre Produkte „made in Germany“ auch bei wachsendem Wettbewerbsdruck weiterhin global erfolgreich vermarkten können. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde vom Raumfahrtmanagement die Komponenteninitiative gestartet.